Unterhaltsreform

Auf unserem Scheidungslexikon informieren wir über die wichtigsten Begriffe der Scheidung. Hier finden Sie Informationen zur Unterhaltsreform.

Was ist ein Unterhaltsreform

Zum 1. Januar 2008 ist eine Unterhaltsreform in Kraft getreten, die weitreichende Änderungen im neuen Unterhaltsrecht mit sich brachte. Hierbei brachte die Unterhaltsreform vor allem Vorteile für unterhaltspflichtige Männern und Frauen.

Die Auswirkung der Unterhaltsreform auf den Kindesunterhalt

Gerade im Bereich des Kindesunterhalts brachte die Unterhaltsreform einige gravierende Auswirkungen mit sich, die wir Ihnen im Folgenden erörtern möchten:

+ Gemäß der Unterhaltsreform hat der Kindesunterhalt Vorrang vor allen anderen Unterhaltsansprüchen

+ Gesetzliche Regelungen legten einen Mindestunterhalt für minderjährige Kinder fest. Die bis zum 31.12.2007 geltende Regelbetragsverordnung entfiel mit der Unterhaltsreform.

+ Mit der Einsetzung der Unterhaltsreform wird das Kindergeld nun von den in der Düsseldorfer Tabelle ausgewiesenen Bedarfsbeträgen abgezogen. In dem Fall, dass der der betreuende Elternteil das Kindergeld bezieht, verringert sich im Folgenden der Tabellenbetrag um die Hälfte des Kindergeldes.

Die Auswirkung der Unterhaltsreform auf den Ehegattenunterhalt

Auch im Bereich des Ehegattenunterhalts brachte die Unterhaltsreform einige Änderungen mit sich. Folgende Punkte waren durch die Unterhaltsreform betroffen:

+ Im § 1569 BGB wird der Grundsatz der Eigenverantwortung ausdrücklich geregelt. Demnach hat der kinderbetreuende Elternteil einen Anspruch auf einen zeitlichen Basisunterhalt, der sich zunächst einmal auf einen Zeitraum von drei Jahren nach der Geburt des Kindes erstreckt.

+ Mit der Unterhaltsreform wurden mehrere Möglichkeiten geschaffen, die den nachehelichen Unterhalt befristen in seiner Höhe beschränken können.

+ Der Lebensstandard, der während der Ehe erreicht wurde, ist nicht mehr der entscheidende Maßstab dafür, ob eine Erwerbstätigkeit nach der Scheidung wieder aufgenommen werden muss.

+ Durch die Unterhaltsreform kam es auch zu einer Neuregelung der Rangfolge. So kann es durchaus dazu kommen, dass die Ehegatten weniger Unterhalt bekommen als zuvor.

+ Mit der Unterhaltsreform ist ein vertraglicher Verzicht auf Unterhaltsansprüche nur in dem Fall wirksam, sofern er notariell beurkundet wurde oder vor Gericht ein protokollierter Vergleich geschlossen wurde.

Die Auswirkung der Umgangsreform auf den Unterhaltsanspruch unverheirateter Elternteile

Auch auf den Unterhaltsanspruch unverheirateter Elternteile hatte die Unterhaltsreform seine Auswirkungen:

+ Mit der Wirksamkeit der Unterhaltsreform richtet sich die Dauer des Anspruchs auf Betreuungsunterhalt für eheliche und nichteheliche Kinder nun nach denselben Grundsätzen.

+ Unterhaltsansprüche die vor der Unterhaltsreform beschlossen wurden, konnten mit der Wirksamkeit der Unterhaltsreform geändert werden, wenn sich wesentliche Änderungen bei den Unterhaltsverpflichtungen ergaben. Diese Änderungen sind jedoch nur wirksam, wenn die Änderung dem anderen Teil unter Berücksichtigung seines Vertrauens in den Fortbestand der ursprünglichen Regelung zumutbar ist.

Unterhaltsreform – Kontakt bei weiteren Fragen zur Scheidung

Sollten Sie noch weitere Fragen zur Unterhaltsreform haben, oder eine andere Rechtsberatung wünschen, stehen wir Ihnen unter den unten stehenden Kontaktinformationen jederzeit gerne zur Verfügung. Mit über 20 Jahren Erfahrung sind wir seit der Gründung unserer Kanzlei als Rechtsanwalt für Scheidungsrecht in Hamburg speziell für Scheidung tätig. So beraten und vertreten wir als Fachanwalt für Scheidungsrecht und Scheidung in Hamburg Ehepaare oder Ehepartner. Ein hohes Einfühlungsvermögen sowie Sorgfalt und Reaktionsschnelligkeit sind charakterisierend für unseren Rechtsbeistand und hoffen, Ihnen hier einen guten ersten Überblick zur Unterhaltsreform gegeben zu haben. Weitere interessante Begriffe aus unserem Lexikon für Scheidungsrecht sind Geld und Vermögen oder Unterhaltsvereinbarung.

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