Zerrüttung

Wir wollen Ihnen auf unserem Familienrechtslexikon die wichtigsten Begriffe des Familienrechts erläutern. Hier finden Sie nun Informationen zu einer Zerrüttung.

Was versteht man unter einer Zerrüttung?

Gemäß § 1564 BGB wird eine Ehe durch ein Urteil geschieden, wenn sie gescheitert ist. Der Gesetzgeber hat im Jahr 1976 mit dem Zerrüttungsprinzip in §§ 1564 ff. BGB dem früher herrschenden Schuldprinzip eine Absage erteilt. Wann eine Ehe zerrüttet und damit gescheitert ist, wird anhand einer Einzelfallprüfung festgestellt. Was sind eigentlich Indizien für die Zerrüttung? Beispiele:

– die unumstößliche Absicht eines Partners, die Scheidung durchzuführen,

– dauernde Lieblosigkeit,

– Beleidigungen,

– die fehlende Kommunikation zwischen den Eheleuten,

– Unvereinbarkeit der Charaktere,

– anderweitige dauerhafte Partnerverbindung (OLG Frankfurt, FamRZ 77, 810),

– Homosexualität (OLG Hamm, FamRZ 1978, 190),

– die ernsthafte und dauerhafte Bindung an einen neuen Lebensgefährten.

Unmöglichkeit der Wiederherstellung der Lebensgemeinschaft

Es für eine Scheidung nicht aus, dass die Eheleute getrennt leben, da davon ausgegangen werden muss, dass eine Wiederherstellung der ehelichen Lebensgemeinschaft nicht mehr erwartet werden kann. Auch dies muss der scheidungswillige Ehepartner beweisen. Diese Beweispflicht ist nicht notwendig, wenn die Trennungsfrist abgewartet wird, da nach Ablauf der Trennungsfristen nämlich vermutet wird, dass mit einer Wiederherstellung der ehelichen Lebensgemeinschaft nicht mehr zu rechnen ist, und somit diese Tatsache nicht mehr bewiesen werden muss.

Beweispflicht bei eiliger Scheidung

In der Tat stellt die Rechtsprechung strenge Anforderungen an die Beweispflicht. So hat der Ehegatte, der es mit der Scheidung eilig hat und die Trennungsfristen nicht abwarten kann oder will, zu beweisen, dass die Zerrüttung zwischen den beiden Ehegatten so tiefgreifend ist:

+ dass die Ehekrise unüberwindbar ist

+ dass jegliche Versöhnungsbereitschaft fehlt

+ dass ein völliger Verlust des Gefühls der inneren Bindung an den anderen Ehegatten eingetreten ist, etc.

Indizien für die Zerrüttung

Der beweispflichtige Ehegatte kann als Indizien für die Zerrüttung insbesondere die folgenden Aspekte aufführen:

+ Unvereinbarkeit der Charaktere

+ anderweitige dauerhafte Partnerverbindung (OLG Frankfurt, FamRZ 77, S. 810)

+ Homosexualität (OLG Hamm, FamRZ 1978, S. 190)

+ dauerhafte Lieblosigkeit

+ Misshandlungen

+ strafbare Handlungen

+ Trunksucht,

+ Vernachlässigung des Haushalts und der Kinder

+ Hass gegen nicht gemeinsame Kinder des Ehegatten (BGH NJW 1978, S. 1810).

Dass beide Ehegatten die Scheidung ernstlich wollen, reicht also nicht aus. Vielmehr muss ein Umstand wie der obige eintreten. Folglich ist wesentlich einfacher, die Einjahresfrist abzuwarten und sich mit dem anderen Ehepartner auf die Scheidung zu einigen als einen solchen Beweis der Zerrüttung zu führen.

Zerrüttung

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