Steuern

Wir wollen Ihnen auf unserem Familienrechtslexikon die wichtigsten Begriffe des Familienrechts erläutern. Hier finden Sie Informationen zum Thema Steuern.

Was versteht man unter Steuern?

Als Steuern werden Geldleistungen bezeichnet, die ohne Anspruch auf eine individuelle Gegenleistung geleistet werden und vom öffentlichen-rechtlichen Gemeinwesen zur Erzielung von Einnahmen allen Personen auferlegt werden, die einen steuerlichen Tatbestand verwirklichen. Hierbei sollte die Erzielung von Einnahmen zumindest der Nebenzweck sein (§ 3AO – Abgabenordnung). Das bedeutet, dass Steuern als öffentlich-rechtliche Abgaben gelten, denen keine bestimmte Gegenleistung gegenüberstehen muss. Der Hauptzweck der Steuer ist es hierbei, den allgemeinen Finanzbedarf zu decken. Hier begründet sich auch der Unterschied zu öffentlichen Abgaben, da diese aufgabenbezogen und zweckgebunden verwendet werden müssen.

Wie verhalten sich die Unterhaltszahlungen im Bezug auf die Steuer?

Unterhaltsverpflichtete Personen haben die Möglichkeit geleistete Unterhaltszahlung steuermindernd von der Steuer (Einkommensteuer) abzuziehen. So können die Unterhaltszahlende die Zahlung pro Unterhaltsjahr entweder als Sonderausgaben (bis 13.805 EUR) oder als außergewöhnliche Belastungen (bis zu 7.680 EUR) von der Steuer absetzen. In dem Fall, dass die Unterhaltszahlungen als Sonderausgaben im Sinne der Einkommensteuer geltend gemacht werden sollen, müssen die Unterhaltszahlungen mit einer besonderen Erklärung oder einem Formular bei der Steuererklärung („Anlage U“) beantragt werden. Weiterhin muss der Unterhaltsempfänger damit einverstanden sein, dass die Unterhaltszahlungen durch den Zahlenden von der Steuer abgesetzt werden. In dem Fall der Zustimmung, durch den Unterhaltsempfänger, muss dieser die Unterhaltszahlungen im Folgenden versteuern. Aus diesem Grund muss sich der Unterhaltszahler dazu verpflichten alle steuerlichen und sonstigen wirtschaftlichen Nachteile auszugleichen. Vom Grundsatz der Einkommensteuer her, kann lediglich der Unterhalt an den Ex-Partner steuerlich geltend gemacht werden. Nur in speziellen Ausnahmefällen besteht die Möglichkeit, dass der Unterhaltzahlende auch den Kindesunterhalt als außergewöhnliche Belastungen ansetzen darf.

Die steuerliche Veranlagung bei einer Trennung oder Scheidung

Bei der Steuer (Einkommensteuer) gilt der Grundsatz, dass Ehegatten dann gemeinsam zur Einkommensteuer veranlagt werden können, wenn sie während eines Kalenderjahres zu irgendeiner Zeit einen gemeinsamen Haushalt geführt haben. Das bedeutet, dass sich ein Ehepaar weiterhin gemeinsam veranlagen lassen kann, wenn sie beispielsweise einen dreitägigen Versöhnungsversuch unternommen haben. Hierbei ist es unerheblich ob der Versöhnungsversuch erfolgreich war oder nicht. Die alleinige Tatsache, dass während eines Kalenderjahres zu irgendeinem Zeitpunkt eine gemeinsame Haushaltsführung bestanden hat, ist ausschlaggebend für die steuerliche Veranlagung der Ehegatten. Viele zur Scheidung entschlossene Eheleute nehmen diesen Vorteil natürlich gerne wahr. Auf diese Art und Weise ist es tatsächlich denkbar, dass ein Ehepaar zwei oder mehrere Jahre getrennt lebt und dennoch die günstigere Einkommensteuer zahlt.

Können Scheidungskosten von der Einkommensteuer abgesetzt werden?

Auch bei den Kosten, die ein Scheidungsverfahrens mit sich bringt, ist es möglich, diese von der Steuer (Einkommensteuer) abzusetzen. So können Gerichtskosten, Anwaltskosten usw. als außergewöhnliche Belastungen (§ 33 EStG) von der Steuer abgesetzt werden.

Steuern

Wir hoffen, Ihnen einen guten Überblick zu den Steuern im Unterhaltsrecht gegeben zu haben. Weitere interessante Begriffe aus unserem Lexikon für Familienrecht sind Kinderunterhalt und Krankenversicherung oder Spesen. Mit über 20 Jahren Erfahrung, sind wir seit der Gründung unserer Kanzlei als Rechtsanwalt für Familienrecht in Hamburg tätig. So beraten und vertreten wir als Fachanwalt für Familienrecht in Hamburg Familien, Ehepaare sowie Ehepartner. Ein hohes Einfühlungsvermögen sowie Sorgfalt und Reaktionsschnelligkeit sind charakterisierend für unseren Rechtsbeistand. Sollten Sie noch weitere Fragen zu den Steuern im Unterhaltsrecht haben, oder eine andere Rechtsberatung wünschen, stehen wir Ihnen unter den unten stehenden Kontaktinformationen jederzeit gerne zur Verfügung.

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