Scheidung frühzeitig einreichen

Wir wollen Ihnen auf unserem Familienrechtslexikon die wichtigsten Begriffe des Familienrechts erläutern. Hier finden Sie Informationen zum Thema der frühzeitig eingereichten Scheidung.

Warum sollte man die Scheidung frühzeitig einreichen?

Um eine langwierige Scheidung zu beschleunigen sowie um frühzeitig den Stichtag für den Zugewinnausgleich zu setzen, wird der Scheidungsantrag häufig bereits drei bis vier Monate eingereicht bevor das Trennungsjahr eigentlich abläuft. Dieser Vorgang der frühzeitigen Einreichung der Scheidung birgt hierbei sowohl Vorteile als auch Nachteile, die wir Ihnen gerne näher bringen wollen

Vorteile der frühzeitigen Einreichung der Scheidung

So kalkulieren prozessführende Anwalt gerne damit, dass die Klärung der Rentenansprüche von beiden Eheparteien solange dauert, bis das Trennungsjahr abgelaufen ist. In diesem Fall würde es deshalb nicht vor Ablauf des Trennungsjahres zu einem Verhandlungstermin kommen. In den meisten dieser Fälle funktioniert das auch. Und so ist ein guter Service für den Mandanten gegeben. Faktisch zieht man jetzt alle Wartezeiten im Scheidungsverfahren vor und erreicht für den Mandanten auf diese Weise, dass dieser tatsächlich mit Ablauf des Trennungsjahres geschieden wird. Dabei ist diese Vorgehensweise jedoch durchaus risikobehaftet.

Nachteile der frühzeitigen Einreichung der Scheidung

Es gibt jedoch auch diverse Nachteile, die das frühzeitige Einreichen einer Scheidung mit sich bringt.

1. Nachteil: Scheidungsantrag nicht schlüssig

Als Grundsatz kann man festhalten, dass vor Ablauf des Trennungsjahres die Voraussetzungen einer Scheidung nicht vorliegen. Aus diesem Grund ist der Scheidungsantrag eigentlich nicht schlüssig. Sollte jetzt das Gericht nicht beide Augen zudrücken, erhält man für den Scheidungsantrag bis zum Ablauf des Trennungsjahrs keine Prozesskostenhilfe.

2. Nachteil: Kostenrisiko für den Mandanten

In dem Fall, dass sich das Gericht wegen der fehlenden Schlüssigkeit nicht dazu entschließen kann Kulanz zu üben, wird der Richter aller Wahrscheinlichkeit den Scheidungsantrag zurückweisen. In diesem Fall gibt es lediglich die Hoffnung, dass während des Berufungsverfahrens das Trennungsjahr ablaufen wird. In der Regel klappt das auch, allerdings hat in so einem Fall der Antragsteller die Kosten für die Berufung der Scheidung zu tragen. Weiterhin hat der erstinstanzliche Richter hierbei die Stichtage für den Zugewinn und den Versorgungsausgleich anzupassen. Im Bezug auf die erweiterten Möglichkeiten, die die gesetzlichen Regelungen für den frühzeitigen Zugewinnausgleich vorgeben, macht es hier also nur wenig Sinn, einen Scheidungsantrag frühzeitig zu stellen, um für den Zugewinn einen besseren Zugewinn zu schaffen. In allen Fällen ist der Mandant auf die Risiken eines vorzeitig gestellten Scheidungsantrags hinzuweisen.

Scheidung frühzeitig einreichen

Ein hohes Einfühlungsvermögen sowie Sorgfalt und Reaktionsschnelligkeit sind charakterisierend für unseren Rechtsbeistand. Wir hoffen, Ihnen einen guten Überblick zum Thema der frühzeitig eingereichten Scheidung gegeben zu haben. Mit über 20 Jahren Erfahrung, sind wir seit der Gründung unserer Kanzlei als Rechtsanwalt für Familienrecht in Hamburg tätig. So beraten und vertreten wir als Fachanwalt für Familienrecht in Hamburg Familien, Ehepaare sowie Ehepartner. Weitere interessante Begriffe aus unserem Lexikon für Familienrecht sind Rangfolge bei Mangelfall oder Scheidung. Sollten Sie noch weitere Fragen zur frühzeitig eingereichten Scheidung haben, oder eine andere Rechtsberatung wünschen, stehen wir Ihnen unter den unten stehenden Kontaktinformationen jederzeit gerne zur Verfügung.

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