Nachehelicher Ehegattenunterhalt

Wir wollen Ihnen auf unserem Familienrechtslexikon die wichtigsten Begriffe des Familienrechts erläutern. Hier finden Sie Informationen zum nachehelichen Ehegattenunterhalt.

Was versteht man unter dem nachehelichen Ehegattenunterhalt?

Es ist durchaus möglich, dass auch nach einer rechtskräftigen Scheidung ein Anspruch auf Unterhalt besteht. Diesen Unterhaltsanspruch wird auch als der nacheheliche Ehegattenunterhalt bezeichnet. Hierbei ist der nacheheliche Ehegattenunterhalt an weitaus strengere Voraussetzungen geknüpft als beispielsweise der Trennungsunterhalt. Ein reiner Einkommensunterschied zwischen den Ehepartnern reicht hier z.B. nicht aus, um den Anspruch auf den nachehelichen Ehegattenunterhalt erwachsen zu lassen. Das bedeutet, dass der Einkommensunterschied seinen Ursprung in der Ehe haben muss, den sogenannten ehebedingten finanziellen Nachteil.

Gibt es beim nachehelichen Ehegattenunterhalt eine Befristung?

Grundsätzlich ist es beim nachehelichen Ehegattenunterhalt möglich, dass der Anspruch auf diesen Unterhalt in der Höhe begrenzt oder zeitlich befristet wird. Die zeitliche Befristung oder die Begrenzung in der Höhe des nachehelichen Ehegattenunterhalts ist hier allerdings an die Bedingung geknüpft, dass dem unterhaltsberechtigten Ehegatten keine Nachteile mehr durch die Ehe erwachsen. Die gesetzliche Regelung zur Befristung oder Begrenzung des nachehelichen Ehegattenunterhalts findet sich im § 1578 b des BGB.

Wo liegen die Schwierigkeiten einer Befristung bei ehebedingten Nachteilen?

Die Schwierigkeiten, die sich bei einer Befristung des nachehelichen Ehegattenunterhalts ergeben, sind häufig der Tatsache geschuldet, dass sich, sollte die Ehe über einen langen Zeitraum geführt worden sein, die ehebedingten Nachteile oftmals nicht mehr ungeschehen machen lassen. Sollte hier beispielsweise der Fall vorliegen, dass ein Ehegatte während einer 25 jährigen Ehe nicht mehr gearbeitet hat, ist er natürlich auf dem Arbeitsmarkt gegenüber anderen Arbeitnehmern stark im Hintertreffen. Das bedeutet, dass er mit großer Wahrscheinlichkeit nie mehr den Status erreicht, den er wahrscheinlich ohne Ehe erreicht hätte. Als Beispiel führen wir Ihnen zwei Urteile auf, die durch das OLG Oldenburg und Düsseldorf gefällt wurden.

Fallbeispiel 1. OLG Oldenburg, 4 UF 118/08 = BeckRS 2009, 20476:

+ In diesem Fall geht es um ein Ehepaar, dass 27 Jahre verheiratet war und zusammen drei Kinder hat. Hier hat das OLG Oldenburg entschieden, dass der nacheheliche Ehegattenunterhalt auf eine Dauer von 10 Jahre nicht begrenzt werden darf. Da die Ehefrau zum Urteilszeitpunkt erst 47 Jahre alt und somit noch jung genug war, um die ehebedingten Nachteile zumindest theoretisch wettzumachen, hat das OLG hier dem Unterhaltspflichtigen ein letztes Hintertürchen offen gelassen.

Fallbeispiel 2. OLG Düsseldorf, BeckRS 2009, 25234

In diesem Fall geht es um ein Ehepaar, dass über 19 Jahre eine Ehe geführt hat und in der die ehebedingten Nachteile nicht mehr vorlagen. Da keine ehebedingten Nachteile mehr vorlagen entschied das OLG Düsseldorf, dass die Zahlung des nachehelichen Ehegattenunterhalts auf einen Zeitraum von insgesamt sieben Jahren nach der Trennung (wichtig: nicht ab dem Zeitpunkt der Scheidung) begrenzt wird.

Nachehelicher Ehegattenunterhalt

Wir hoffen, Ihnen einen guten Überblick zum nachehelichen Ehegattenunterhalt gegeben zu haben. Mit über 20 Jahren Erfahrung, sind wir seit der Gründung unserer Kanzlei als Rechtsanwalt für Familienrecht in Hamburg tätig. So beraten und vertreten wir als Fachanwalt für Familienrecht in Hamburg Familien, Ehepaare sowie Ehepartner. Ein hohes Einfühlungsvermögen sowie Sorgfalt und Reaktionsschnelligkeit sind charakterisierend für unseren Rechtsbeistand. Weitere interessante Begriffe aus unserem Lexikon für Familienrecht sind Scheidungsvorraussetzung oder Hortkosten. Sollten Sie noch weitere Fragen zum Nachehelicher Ehegattenunterhalt haben, oder eine andere Rechtsberatung wünschen, stehen wir Ihnen unter den unten stehenden Kontaktinformationen jederzeit gerne zur Verfügung.

Rechtsanwaltskanzlei für Familienrecht und für den nachehelichen Ehegattenunterhalt

frankundthiele ● Rechtsanwälte

+ Fachanwalt Jens Martin Frank

+ Fachanwalt Stefan Thiele

Anschrift

Holstenstraße 194c

22765 Hamburg

Kommunikation

Tel: 040 39 10 61 – 80

Fax: 040 39 10 61 – 83

Mail: info@frankundthiele.de

Web: www.frankundthiele.de