Modifizierte Zugewinngemeinschaft

Wir wollen Ihnen auf unserem Familienrechtslexikon die wichtigsten Begriffe des Familienrechts erläutern. Hier finden Sie Informationen zur modifizierten Zugewinngemeinschaft.

Was ist eine modifizierte Zugewinngemeinschaft?

Unter der modifizierten Zugewinngemeinschaft versteht sich eine Mischform zwischen Gütertrennung und Zugewinngemeinschaft. Bei der Regelung des Güterstandes existieren nicht nur die Zugewinngemeinschaft und die Gütertrennung, sondern eben auch diverse Mischformen, die die Grundzüge beider Güterstände kombiniert, welche dann als modifizierten Zugewinngemeinschaft bezeichnet wird.

Zugewinngemeinschaft oder modifizierte Zugewinngemeinschaft?

Wenn eine Ehe geschlossen wird, ist grundsätzlich der Güterstand der Zugewinngemeinschaft festgelegt. Mittels eines gemeinsamen Ehevertrages können Ehepaare die modifizierte Gütergemeinschaft vereinbaren. In dieser Vertragsform werden jeweils einzelne Punkte wie z.B. der Unterhalt, der Zugewinn oder das Erbrecht alternativ zu den gesetzlichen Regelungen festgeschrieben, ohne dass der Grundcharakter des bisherigen Güterstandes verändert wird. Die klassische Zugewinngemeinschaft ist eher gut für die klassische „Hausfrauenehe”, denn das klassische Modell der Zugewinngemeinschaft schreibt am Ende einer Ehe eine Vermögensaufteilung vor, die dem Modell einer Hausfrauenehe, also einer Partnerschaft gerecht wird, in der nur einer durch Arbeit Vermögen erwirtschaftet, während sich der andere um den Haushalt und die Kinder kümmert. Dieses Lebensmodell ist heute nicht mehr Standard einer Ehe. Denn immer mehr Frauen gehen nach der Geburt eines Kindes immer früher zurück ins Erwerbsleben (oft gezwungen, damit sie den Anschluss nicht verlieren). Und immer mehr Ehepaare entscheiden sich dafür, keine Kinder zu haben. Das Modell der Hausfrauenehe wird also immer weniger gelebt, so dass die klassische Zugewinngemeinschaft in solchen Fällen auch nicht mehr der passende Güterstand ist.

Modifizierung Zugewinngemeinschaft durch Ehevertrag

Da die Zugewinngemeinschaft kein starres Modell darstellt, erlaubt das Gesetz Abweichungen, die die Eheleute durch Notarvertrag vereinbaren können.

Beispiele sinnvoller modifizierter Zugewinngemeinschaften:

1) Wenn Eheleute keine Kinder, sondern nur die erbrechtlichen Vorteile der Zugewinngemeinschaft wie hoher Freibetrag bei der Erbschaftssteuer in Anspruch nehmen wollen, macht ein modifizierter Zugewinngemeinschaft Sinn. Somit behandeln Sie sich bei einer möglichen Trennung so, wie wenn sie den Güterstand der Gütertrennung hätten. Dann können Sie in einem Notarvertrag vereinbaren, dass zwischen ihnen für den Fall, dass ihr Güterstand (also die Zugewinngemeinschaft) anders als durch Tod beendet wird, kein Zugewinnausgleich stattfindet.

2) Die Eheleute wollen zunächst keine Kinder; für später (zu einem noch nicht genau feststehenden Zeitpunkt) ist aber Nachwuchs angedacht. Für den Fall, dass sich die Eheleute vorher trennen, wollen sie, dass jeder aus der Ehe so wieder herausgeht, wie er hineingegangen ist. Es soll dann kein Vermögensausgleich erfolgen. In diesem Fall macht es Sinn, zu vereinbaren, dass bis zur Geburt des ersten Kindes zwischen den Eheleuten Gütertrennung gelten soll, ab der Geburt des ersten Kindes jedoch der Güterstand der Zugewinngemeinschaft.

3) Ein Ehegatte bringt eine Immobilie mit in die Ehe ein beziehungsweise er hat sie von seinen Eltern während der Ehe geerbt. Die Eheleute sind sich darüber einig, dass im Falle einer Trennung diese Immobilie allein dem Ehegatten zustehen soll, der sie ja schließlich mit eingebracht hat. In diesem Falle macht es Sinn, zu vereinbaren, die Immobilie und vor allem ihre Wertsteigerungen vom Zugewinnausgleich auszuschließen. Es ist also möglich, zu vereinbaren, dass einzelne Vermögensgegenstände vom Zugewinnausgleich nicht erfasst werden.

Bindung erst später

Modifizierte Zugewinngemeinschaft

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