Kindesunterhalt für Ausbildung

Wir wollen Ihnen auf unserem Familienrechtslexikon die wichtigsten Begriffe des Familienrechts erläutern. Hier finden Sie Informationen zum Kindesunterhalt für die Ausbildung.

Was versteht man unter dem Kindesunterhalt für Ausbildung?

Im deutschen Recht herrscht der Grundsatz, dass auch volljährige Kinder einen Anspruch auf Kindesunterhalt haben, solange sie sich in einer Ausbildung befinden. Hierbei gibt es jedoch die Einschränkung, dass es sich bei der Ausbildung um eine begabungs- und neigungsgerechte Berufs- oder Schulausbildung handelt.

Wie lange besteht der Anspruch auf Kindesunterhalt für die Ausbildung?

Grundsätzlich besteht für die Kinder der Anspruch auf Kindesunterhalt bis die Ausbildung abgeschlossen ist. Hierbei müssen von der Seite des Unterhaltsverpflichteten auch Verzögerungen in der Ausbildung in Kauf nehmen, wenn es sich bei dem volljährigen Kind z.B. um einen “Spätzünder” handelt oder sich die Ausbildung aufgrund einer Krankheit verzögert. Hierbei hat das volljährige Kind die Pflicht, seine Ausbildung zielstrebig durchführen. In dem Fall, dass das Kind seine Ausbildung über einen längeren Zeitraum hinweg vernachlässigt, ohne einen triftigen Grund zu haben, ist der Unterhaltspflichtige nicht mehr verpflichtet weiterzuzahlen. Die rechtliche Grundlage hierfür findet sich im BGH FamRZ 2000, 420, 421. Beim Anspruch auf Kindesunterhalt steht Studierenden ein gewisser Spielraum für den Aufbau des Studiums zu. In dem Fall, dass der Studierende leistungsfähige Eltern hat, steht ihm auch die Bezahlung eines Auslands-Semesters zu.

Der Anspruch auf Kindesunterhalt für die Zweitausbildung

Beim Kindesunterhalt für die Ausbildung gibt es jedoch eine klare Grenze zur Finanzierung einer Zweitausbildung. Hierbei darf jeder Student zwar seinen Studiengang während seiner Studienzeit einmal wechseln, allerdings muss die spätestens nach dem dritten Semester geschehen. Sollte der Fall vorliegen, dass der Student sein Erststudium abgeschlossen hat, muss der Unterhaltverpflichtete kein zweites Studium finanzieren. Wenn sich ein Kind nach einem berufsqualifizierenden Abschluss in der gleichen Fachrichtung weiterbilden will, gilt hier das gleiche Fallbeispiel. In dem Fall, dass ein Kind nach seinem Abitur zunächst eine Lehre “einschiebt, hat es trotz abgeschlossener Berufsausbildung einen Anspruch auf die Finanzierung des Studiums. Das gilt allerdings nur, wenn während der ganzen Lehrzeit kein Zweifel daran bestand, dass er trotz der Lehre ein Studium aufnehmen wird. Diese Rechtsprechung begründet sich mit der Tatsache, dass der Unterhaltsverpflichtete von vornherein damit rechnen musste, dass das Studium angetreten wird.

Kindesunterhalt für Ausbildung

Sollten Sie noch weitere Fragen zum Kindesunterhalt für die Ausbildung haben, oder eine andere Rechtsberatung wünschen, stehen wir Ihnen unter den unten stehenden Kontaktinformationen jederzeit gerne zur Verfügung. Mit über 20 Jahren Erfahrung, sind wir seit der Gründung unserer Kanzlei als Rechtsanwalt für Familienrecht in Hamburg tätig. So beraten und vertreten wir als Fachanwalt für Familienrecht in Hamburg Familien, Ehepaare sowie Ehepartner. Ein hohes Einfühlungsvermögen sowie Sorgfalt und Reaktionsschnelligkeit sind charakterisierend für unseren Rechtsbeistand. Wir hoffen, Ihnen einen guten Überblick zum Kindesunterhalt für die Ausbildung gegeben zu haben. Weitere interessante Begriffe aus unserem Lexikon für Familienrecht sind Vermögen oder Aktuelles.

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