Einkommensteuer

Wir wollen Ihnen auf unserem Familienrechtslexikon die wichtigsten Begriffe des Familienrechts erläutern. Hier finden Sie Informationen zur Einkommensteuer im Scheidungsverfahren.

Die Berechnung der Einkommensteuer bei einer Scheidung

Viele Ehepaare sind in Deutschland der festen Meinung, dass sie ab der Scheidung eine andere Einkommensteuer zu zahlen haben. Diese Meinung beruht auf der Tatsache, dass sich die Einkommensteuer ja auch mit der Heirat dementsprechend geändert hat. Auch wenn das Prinzip in dieser Behauptung nicht wirklich falsch ist, verhält sich der steuerliche Tatbestand doch ein wenig anders. So kommt es von steuerlichen Gesichtspunkten her gesehen nicht auf die Scheidung sondern auf die Trennung an. Im Folgenden möchten wir Sie gerne zu den steuerlichen Veränderungen der Einkommensteuer bei einer Scheidung oder Trennung aufklären.

Die steuerliche Veranlagung bei einer Trennung oder Scheidung

Bei der Einkommensteuer gilt der Grundsatz, dass Ehegatten dann gemeinsam zur Einkommensteuer veranlagt werden können, wenn sie während eines Kalenderjahres zu irgendeiner Zeit einen gemeinsamen Haushalt geführt haben. Das bedeutet, dass sich ein Ehepaar weiterhin gemeinsam veranlagen lassen kann, wenn sie beispielsweise einen dreitägigen Versöhnungsversuch unternommen haben. Hierbei ist es unerheblich ob der Versöhnungsversuch erfolgreich war oder nicht. Die alleinige Tatsache, dass während eines Kalenderjahres zu irgendeinem Zeitpunkt eine gemeinsame Haushaltsführung bestanden hat, ist ausschlaggebend für die steuerliche Veranlagung der Ehegatten. Viele zur Scheidung entschlossene Eheleute nehmen diesen Vorteil natürlich nur zu gerne wahr. Auf diese Art und Weise ist es tatsächlich denkbar, dass ein Ehepaar zwei oder mehrere Jahre getrennt lebt und dennoch die günstigere Einkommensteuer zahlt.

Können Scheidungskosten von der Einkommensteuer abgesetzt werden?

Auch bei den Kosten, die ein Scheidungsverfahrens mit sich bringt, ist es möglich, diese von der Einkommensteuer abzusetzen. So können Gerichtskosten, Anwaltskosten usw. steuerlich als außergewöhnliche Belastungen (§ 33 EStG) angesetzt werden.

Wie verhalten sich die Unterhaltszahlungen im Bezug auf die Einkommensteuer?

Unterhaltsverpflichtete Personen haben die Möglichkeit geleistete Unterhaltszahlung steuermindernd von der Einkommensteuer abzuziehen. So können die Unterhaltszahlende diese Zahlungen pro Unterhaltsjahr entweder als Sonderausgaben (bis 13.805 EUR) oder als außergewöhnliche Belastungen (bis zu 7.680 EUR) angeben. In dem Fall, dass die Unterhaltszahlungen als Sonderausgaben im Sinne der Einkommensteuer geltend gemacht werden sollen, müssen die Unterhaltszahlungen mit einer besonderen Erklärung oder einem Formular bei der Steuererklärung („Anlage U“) beantragt werden. Weiterhin muss der Unterhaltsempfänger mit dieser Maßnahme einverstanden sein. In dem Fall der Zustimmung durch den Unterhaltsempfänger, muss dieser die Unterhaltszahlungen im Folgenden versteuern. Aus diesem Grund muss sich der Unterhaltszahler dazu verpflichten alle steuerlichen und sonstigen wirtschaftlichen Nachteile auszugleichen. Vom Grundsatz der Einkommensteuer her, kann lediglich der Unterhalt an den Ex-Partner steuerlich geltend gemacht werden. Nur in speziellen Ausnahmefällen besteht die Möglichkeit, dass der Unterhaltszahlende auch den Kindesunterhalt als außergewöhnliche Belastungen ansetzen darf.

Einkommensteuer

Ein hohes Einfühlungsvermögen sowie Sorgfalt und Reaktionsschnelligkeit sind charakterisierend für unseren Rechtsbeistand. Wir hoffen, Ihnen einen guten Überblick zur Einkommensteuer im Scheidungsverfahren gegeben zu haben. Mit über 20 Jahren Erfahrung, sind wir seit der Gründung unserer Kanzlei als Rechtsanwalt für Familienrecht in Hamburg tätig. So beraten und vertreten wir als Fachanwalt für Familienrecht in Hamburg Familien, Ehepaare sowie Ehepartner. Weitere interessante Begriffe aus unserem Lexikon für Familienrecht sind Abfindung oder Leitlinien der Oberlandgerichte. Sollten Sie noch weitere Fragen zum unterhaltsrechtlichen Thema der Einkommensteuer haben, oder eine andere Rechtsberatung wünschen, stehen wir Ihnen unter den unten stehenden Kontaktinformationen jederzeit gerne zur Verfügung.

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