Altersphasenmodell

Wir wollen Ihnen auf unserem Familienrechtslexikon das Altersphasenmodell erläutern.

Was ist ein Altersphasenmodell?

Das Altersphasenmodell ist ein veraltetes Instrument, welches nach der aktuellen Rechtsprechung des BGH der Vergangenheit angehört. Bis zum 01.01.2008 stellte das Altersphasenmodell eine Kernregel für die Berechtigung zum Bezug von Ehegattenunterhalt dar. Der Ehegatte, der ein Kind (oder mehrere) erzog, konnte sich anhand des Altersphasenmodells orientieren, ab wann er verpflichtet war, wieder in den Beruf zurückzukehren. Solange das jüngste Kind nicht acht Jahre alt war, war er nach dem Altersphasenmodell nicht verpflichtet, zu arbeiten. Bis zum 15. Lebensjahr des Kindes war er nur zur Teilzeit-Tätigkeit verpflichtet.

Nachteile des Altersphasenmodells

Da viele Frauen innerhalb einer funktionierenden Ehe bereits wesentlich früher wieder voll arbeiten, geriet dieses Altersphasenmodell verstärkt in die Kritik, da es schlichtweg nicht mehr zeitgemäß sei. Es sei nicht einzusehen, weshalb getrennt lebende oder geschiedene Frauen durch das Altersphasenmodell längere Zeiträume bis zur Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit eingeräumt bekämen.

Änderung des Unterhaltsrechts

Seit dem 1. Januar 2008 hat sich das Unterhaltsrecht geändert. Nach dem neuen § 1570 BGB muss ein Ehegatte, der ein Kind erzieht, nicht eher arbeiten, als bis das Kind das dritte Lebensjahr vollendet hat. Ob und wie viel er danach arbeiten muss, richtet sich danach, ob das Kind von dritter Seite versorgt werden kann (Hort- und Kindergartenplätze, Nachmittagsbetreuung nach der Schule etc.),. Darüber hinaus hängt es von den konkreten Bedürfnissen des Kindes ab sowie schließlich auch davon, wie die Kinderbetreuung und die Berufstätigkeit des betreuenden Ehegatten innerhalb der Ehe gehandhabt worden ist. Schließlich spielt auch die Dauer der Ehe noch eine gewisse Rolle. Feste Fristen, an denen man sich orientieren könnte, sind im Gesetz nicht vorgesehen. Tatsächlich hat der Gesetzgeber in seinen Erläuterungen zur Gesetzesänderung ausdrücklich festgehalten, dass er ein Altersphasenmodell mit festen Fristen nicht mehr für zeitgemäß hält.

Gibt es ein modifiziertes Altersphasenmodell?

Da nach dem 1.1.2008 die Instanzgerichte diesen Umstand nicht wahrhaben wollten, entwickelten Sie ein sogenanntes “modifiziertes Altersphasenmodell”, das von den Fristen her flexibler war und den Beteiligten wenigstens gewisse Anhaltspunkte bot, anhand derer die Verpflichtung zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nach wie vor am Alter des Kindes festgemacht wurde. Mit Urteil vom 18.3.2009, XII ZR 74/08 und vom 6.5.2009, Aktenzeichen XII ZR 114/08 hat der Bundesgerichtshof mit zwei eindeutigen Entscheidungen diesem modifizierten Arbeitsphasenmodell einen Riegel vorgeschoben. Es wurde jedem Altersphasenmodell eine klare Absage erteilt. Ob, ab wann und wie viel derjenige arbeiten muss, der ein Kind erzieht, hängt nach aktuellem Recht damit von der konkreten Situation jeder einzelnen Familie ab und ist damit in jedem Einzelfall zu prüfen.

Altersphasenmodell – weiteren Fragen zum Familienrecht

Wir hoffen, Ihnen einen guten Überblick zum Altersphasenmodell gegeben zu haben. Weitere interessante Begriffe aus unserem Lexikon für Familienrecht sind Ehevertrag oder Zerrüttung. Sollten Sie noch weitere Fragen zum Altersphasenmodell haben, oder eine andere Rechtsberatung wünschen, stehen wir Ihnen unter den unten stehenden Kontaktinformationen jederzeit gerne zur Verfügung. Mit über 20 Jahren Erfahrung, sind wir seit der Gründung unserer Kanzlei als Rechtsanwalt für Familienrecht in Hamburg tätig. So beraten und vertreten wir als Fachanwalt für Familienrecht in Hamburg Familien, Ehepaare sowie Ehepartner. Ein hohes Einfühlungsvermögen sowie Sorgfalt und Reaktionsschnelligkeit sind charakterisierend für unseren Rechtsbeistand.

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