Unterhaltsvorschuss – nichts geht mehr?

Unterhaltsvorschuss – nichts geht mehr?

Die Behörde kapituliert

Gestern berichtete mir eine Anruferin, sie versuche für ihren minderjährigen Sohn vom geschiedenen Ehemann und Kindesvater Kindesunterhalt zu bekommen. Da der Kindesvater aber nicht reagiere – geschweige denn zahle, habe sie beim Jugendamt eine Beistandschaft in Sachen Kindesunterhalt einrichten lassen. Allerdings habe sie das Gefühl, dass dort wenig bis nichts passiere. Weil sie aber die Lebenshaltungskosten ihres Sohnes decken müsse, wisse sie nicht mehr ein und aus und habe schließlich Unterhaltsvorschuss beantragt – alles in allem ein bis dahin alltäglicher Sachverhalt.

Was die Kindesmutter aber auf ihren Unterhaltsvorschussantrag zu hören bekam, nachdem auch von dort Zahlungen ausblieben, ist der Gipfel: es sei ein neues EDV-System installiert worden, daher könne man vorerst keine Zahlungen anweise. Überdies sei man mit zu wenig Mitarbeiter ausgestattet. Sie, die Kindesmutter, solle sich beim Senat beschweren.

Man stelle sich mal vor, was ein Vermieter sagen würde, wenn man das Problem der ausbleibenden Zahlungen einfach an ihn weiterreichen würde. Und wie sagt man seinem Kind, dass es zunächst kein Geld kosten solle, weil man derzeit keines hat und aufgrund von EDV-Umstrukturierungen und personeller Unterbesetzung des Jugendamtes auch keinen Unterhaltsvorschuss erhält?

Immer wieder werden Menschen in derart prekären Situationen allein gelassen. Das macht fassungslos.

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