Mehr Inobhutnahmen von Kindern

Mehr Inobhutnahmen von Kindern

Statistik ‚Inobhutnahme‘

Seit geraumer Zeit ist den Medien zu entnehmen, dass die Jugendämter vermehrt Kinder in Obhut nehmen müssen. Darüber, ob hierfür auch der Umstand ursächlich ist, dass die Jugendämter heute ggf. eine erhöhte Sensibilisierung auch deswegen an den Tag legen, weil die Medien in den letzten Jahren wiederholt von schlimmen Kindesmisshandlungen und Kindestötungen berichteten und die Jugendämter hierfür verantwortlich machten, kann nur spekuliert werden.

Wie das Statistische Bundesamt jedoch in einer Pressemitteilung vom 25.07.2014 berichtet, stieg die Zahl der Inbhutnahmen in den letzten Jahren stetig an, im Jahre 2013 im Verhältnis zu 2008 um 31 %.

Welche Anlässe führten zu einer Inobhutnahme?

Nach der Statistik war der häufigste Anlass für eine Inobhutnahme eines Minderjährigen bzw. einer Minderjährigen mit einem Anteil von 40 % (16.900 Kinder und Jugendliche) die Überforderung der Eltern bzw. eines Elternteils.

Aber ebenfalls stark zugenommen hat die Anzahl der Minderjährigen, die deswegen in Obhut genommen wurden, weil sie unbegleitet aus dem Ausland nach Deutschland eingereist sind. So kamen 2013 etwa 6.600 Kinder und Jugendliche über die Grenze nach Deutschland, ohne dabei in Begleitung einer sorgeberechtigten Person gewesen zu sein – 6 mal mehr als noch im Jahre 2008 (1100 minderjährige). Rund 70 % der minderjährigen waren zwischen 16 und 17 Jahre alt.

Was ist eine Inobhutnahme?

Bei einer Inobhutnahme handelt es sich um eine kurzfristige Maßnahme der Jugendämter zum Schutz von Kindern und Jugendlichen, die sich in einer akuten, sie gefährdenden Situation befinden. Dabei nehmen Jugendämter Minderjährige auch dann in Obhut, wenn diese es selbst wünschen, zum Beispiel weil sie aus dem elterlichen Haushalt entfliehen wollen. Zudem werden Jugendämter aufgrund von Hinweisen anderer Personen und Einrichtungen tätig, zum Beispiel der Polizei oder von Erziehern, und nehmen Minderjährigen in Obhut und bringen sie in eine geeignete Einrichtung, zum Beispiel in ein Heim oder eine Wohneinrichtung.

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